Mediale Inszenierungen

President Barack Obama talks with German Chancellor Angela Merkel and President Nicolas Sarkozy of France as as they walk with other G8 leaders to the family photo at the G8 Summit in Muskoka, Canada, June 25, 2010.  (Official White House Photo by Pete Souza)President Barack Obama talks with German Chancellor Angela Merkel and President Nicolas Sarkozy of France as as they walk with other G8 leaders to the family photo at the G8 Summit in Muskoka, Canada, June 25, 2010. (Official White House Photo by Pete Souza)

Merkel und Obama lächeln in die positionierten Kameras. Die Motive stimmen. Alles wirkt perfekt einstudiert und inszeniert. Medienrealität im 21. Jahrhundert? Der G-7 Gipfel ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele für eine politische Inszenierung der jüngeren Zeit. Aber was ist eigentlich eine Inszenierung? Annett Zinsmeister definiert den Begriff folgendermaßen:

„Mit dem Begriff der »medialen Inszenierung« wird ein problematisches Zusammenspiel von Fiktion und Wirklichkeit adressiert. Mediale Inszenierung steht hier für technische Konstruktionen von Wahrnehmbarkeit, vorrangig von Sichtbarkeit, in der die Grenzen zwischen Realität und Simulation, zwischen Lesbarkeit und Interpretation, zwischen Affekten und Effekten technischer Bilder unscharf werden. „

Politiker inszenieren sich selber sehr gerne. Sie wollen der Öffentlichkeit ihre Agenden aufdrücken und ihre eigene Persönlichkeit formen – auch mit Hilfe der Medien. Das ist natürlich ein sehr gefährliches Spiel für Medien, da sie solche Inszenierungen durchschauen müssen. Blindlinks über politische Veranstaltungen zu schreiben kostet Vertrauen der Leser, Reputationsverlust und Qualitätsverlust, denn der Leser ist nicht dumm und durchschaut einseitige Berichterstattung.

Bei dem G-7 Gipfel erkannten durchwegs alle Medien, dass viel inszeniert ist. N-TV fasst den ganzen Gipfel gut zusammen, indem der Sender schreibt:

Die Inszenierung des G7-Gipfels hat nur einen Grund. Sie soll suggerieren, dass auf so einem Treffen wichtige Entscheidungen fallen. Das stimmt aber nicht immer. Auch deshalb ist es Zeit, diese Polit-Show zurechtzustutzen.

Auch in der heimischen Medienszene mögen Politiker Inszenierungen. So behauptet jüngst HC Strache, dass das Foto einer FPÖ-Demo vor einem Asylheim gestellt ist – und handelt sich prompt damit eine Klage des Kuriers ein.

Abschließend muss gesagt werden, dass natürlich nicht alles in der Politik inszeniert ist. Solange die Medien den Politikern einen Schritt voraus sind sollte es zu keiner „inszenierte Gesellschaft“, einer Art Super-Gau für Medien, kommen.